Erasmus-Aufenthalt in Spanien
Beitrag von Victoria Kapral (7G):
Anfang des Schuljahres 2024/25 bewarb ich – Victoria Kapral, 7g – mich für ein dreiwöchiges Erasmus-Austausch-Projekt in Spanien und wurde schließlich auch dafür ausgewählt. Natürlich freute ich mich sehr, war zugegebenermaßen aber auch ziemlich aufgeregt und nervös. Am meisten gespannt war ich darauf, meine Gastfamilie, die Kultur, den Alltag und Traditionen in Spanien kennenzulernen. Bald erfuhr ich, dass ich in Torrent (Nähe Valencia) wohnen würde und bekam die WhatsApp-Nummer meiner Gastschwester (Carla). Im Learning Agreement wurde festgelegt, auf welche Themen mein Lernen am meisten ausgerichtet sein würde (Kultur, Sprache, Alltag), und ich kaufte schon einmal traditionell österreichische Geschenke für meine Gastfamilie (Mozartkugeln und Kremser Senf). Anschließend tauschten Carla und ich noch Vorstellungsvideos aus, in denen wir unsere Zimmer, Familien, Hobbys, Schulen und Freunde präsentierten.
Schließlich hatte das Warten ein Ende und ich flog zu Beginn der Semesterferien nach Valencia. Meine Gastfamilie nahm mich herzlich auf und ich fühlte mich sofort und durchgehend bei ihr wohl. Schnell gewöhnte ich mich ein und konnte mich mithilfe von Spanisch und zusätzlich meist ein bisschen Mimik, Gestik und Englisch ganz gut verständigen.
Leider war ich nicht bei den „Las Fallas“-Festen dabei, aber zufällig und glücklicherweise fand an dem Wochenende meiner Ankunft das traditionelle Schokoladenfest („La Feria de chocolate“) in Torrent statt. Ein rundes Schokoladenstück ist das Stadtmaskottchen von Torrent, es ist bekannt für die lange Geschichte seiner Schokolade. Anlässlich dieser Feier fand auch schon einer der „Las Fallas“-Umzüge in Torrent statt, den ich miterleben durfte.
In der Schule lernte ich viele neue Menschen kennen und erfuhr die Unterschiede zwischen dem österreichischen und spanischen Schulsystem. Durch die aufgeweckten und aufgeschlossenen Spanier führte ich, vor allem bei einer Exkursion mit der Schule, sehr lustige Gespräche mit ihnen. Bei den Abendessen tauschten meine Gastfamilie und ich oft Unterhaltungen über die verschiedenen Bräuche in Spanien und Österreich aus.
An den Wochenenden unternahm ich mit meiner Gastfamilie oder Carlas Freunden oft Ausflüge nach Valencia, das nur 10 bis 20 Minuten entfernt liegt. Wir spazierten durch die Altstadt, besuchten spannende Besichtigungsziele, sahen eine Aufführung traditionell spanischer Tänze und gingen gemeinsam shoppen. Besonders beeindruckend fand ich die Sammlung mit alten, nicht verbrannten „Las Fallas“-Figuren, die archäologischen Ausgrabungen L’Almoina (Centro Arqueológico de L’Almoina) sowie die Seidenbörse (Lonja de la Seda). Außerdem verbrachten wir viel Zeit am Strand und erkundeten die riesige Burg „Sagunto“ mit dem beeindruckenden Theater und der dazugehörigen Stadt.
Neben umgangssprachlichen Ausdrücken und Redewendungen, lernte ich auch mehr über die Musik, das Essen und die Feiertage in Spanien.
Ich fand heraus, dass die Spanier sehr stolz auf ihre Traditionen und Sprache sind und „Paella Valenciana“ traditionellerweise immer am Sonntag gegessen wird. Außerdem wird dort viel mehr Musik auf Spanisch gehört als bei uns auf Deutsch und viele englische Begriffe, die bei uns unverändert bleiben, haben im Spanischen ein eigenes Wort dafür. Eine süße umgangssprachlichen Expression ist beispielsweise „Eres la Leche“ (=Du bist die Milch), was so viel wie „Du bist die/der Beste“ bedeutet.
Am letzten Tag gab es noch einmal Paella, da ich meiner Gastfamilie erzählt hatte, dass diese meine Lieblingsspeise aus Spanien war und der Abschied war anschließend sehr emotional.
Insgesamt war es ein unvergessliches Erlebnis voller besonderer Momente, die viele neue Eindrücke hinterließen und mir in Erinnerung bleiben werden.
Nächsten September wird Carla für ein Monat in unserem Haus wohnen und wahrscheinlich meine Klasse besuchen. Ich freue mich schon unglaublich, sie wieder zu sehen und ihr Österreich und unseren Lebensstil zeigen zu können.





